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Wie man Piraten das Wasser abgräbt

Saturday, November 22nd, 2008

Und zwar den metaphorischen, nicht den echten, vor der somalischen Küste auf Öltanker lauernden, das erklärt Matt Mason in “The Pirate’s Dilemma“. Das Buch versammelt viele Beispiele für die kulturellen und ökonomischen Wirkungen von geistiger und materieller Piraterie, meist mit einer klar positiven Einstellung gegenüber den Piraten und ihrem Tun.

Kulturell wird alles von den Punks, Fanzines und der Do-it-yourself-Bewegung über HipHop, Mixtapes und Samples bis zur Open-Source-Gesellschaft abgehandelt. Und natürlich wird auch auf die Musik- und Filmindustrie eingegangen - immer mit der These, dass Piraterie gesamtgesellschaftlich ein wertvolles Marktkorrektiv darstellt, da sie bestehende Ungleichgewichte verlagern kann. Wenn angegriffene Unternehmen mit den Piraten in ihren Gewässern konkurrieren, dann sei das schlecht für die Piraten, aber  besser für alle anderen, schreibt Mason.

Sehr viel neues gibt es nicht zu entdecken, aber als Überblick eignet sich die Zusammenstellung recht gut. Das Buch gibt es, na klar, auch als Piratenversion als Download. Den Preis kann man selbst bestimmen.

Der digitale Lesezirkel ist da

Sunday, August 17th, 2008

Auf Mymagazines.com kann man eingescannte Magazine und Zeitschriften hochladen und mit anderen Nutzern teilen. Die einzelnen Titel lassen sich bequem durchblättern, interessantes zoomt man heran oder kommentiert es. Der Reader ist sehr komfortabel ausgestattet, und macht das Lesen einfach und intuitiv, in manchen Fällen ist sogar das Inhaltsverzeichnis logisch verknüpft und man muss nur noch auf den Titel eines Artikels klicken, um zum gewünschten Inhalt zu gelangen.

Von Business-Titeln wie Advertising Age und The Economist, über Lifestyle-Blätter wie FHM und Cosmopolitan bis zu Macworld und National Geographic ist schon so ziemlich alles dabei – das ist definitiv mehr Auswahl als bei meinem Kiosk an der Ecke. Mymagazines.com konkurriert, wenn es um die Produktauswahl geht, schon eher mit dem Bahnhofshandel.

Natürlich sehen das die Zeitschriftenverleger nicht gerne, und erwägen rechtliche Schritte gegen die Seite, die erst seit Juli 2008 online ist. Die Firma, die für einen John Smith in The Valley in Anguilla eingetragen ist, rechtfertigt sich damit, dass ihre Art der Bereitstellung sich nicht von der Nutzung in ärztlichen Wartezimmern oder in Friseursalons unterscheide. In beiden Fällen kauft jemand ein Exemplar und macht es dann anderen an einem bestimmten Ort zugänglich. Dass die Seite mit fremden Inhalten Geld macht, kann man den Machern jedenfalls nicht vorwerfen – Anzeigen oder eine Registrierungsgebühr fehlen komplett.

Ob das Modell jetzt Bestand hat oder nicht, es ist auf jeden Fall ein weiteres Beispiel dafür, dass sich von kaum einen analogen Inhalt die Digitalisierung verhindern lässt. Denn wenn es die Rechteinhaber nicht selbst machen, dann übernehmen das eben die Nutzer. Und nur um die Cosmopolitan zu lesen, muss man jetzt nicht mehr zum Arzt gehen.

(via)