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Posts Tagged ‘Digitalisierung’

Politics 2.0 – Wie das Web den Einzug ins Weiße Haus mitbestimmt

Wednesday, October 8th, 2008

Mit neuen Medien entstehen neue Öffentlichkeiten. Ein besonders umfassendes Beispiel für die Verlagerung von öffentlicher Debatte in den virtuellen Raum kann man derzeit in den USA beobachten. Im Rennen um das Weiße Haus ist die Internet-Strategie von Barack Obama und John McCain ein zentraler Knackpunkt, der über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Wer auf Facebook und Myspace die Nase vorn hat, und die Blogs hinter sich weiß, kann entscheidende Vorteile in der Motivierung der eigenen Anhängerschaft nutzen. Journalist und Autor Tobias Moorstedt hat sich für sein Erstlingswerk “Jeffersons Erben - Wie die digitalen Medien die Politik verändern” auf eine Reise durch die USA begeben, um Wandel und Ursache der digitalen Revolution im politischen Raum nachzuspüren. Nachfolgend ein Interview, das ich für tapmag (wo unser Gespräch auch auf Englisch zu finden ist) mit ihm geführt habe:

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Der digitale Lesezirkel ist da

Sunday, August 17th, 2008

Auf Mymagazines.com kann man eingescannte Magazine und Zeitschriften hochladen und mit anderen Nutzern teilen. Die einzelnen Titel lassen sich bequem durchblättern, interessantes zoomt man heran oder kommentiert es. Der Reader ist sehr komfortabel ausgestattet, und macht das Lesen einfach und intuitiv, in manchen Fällen ist sogar das Inhaltsverzeichnis logisch verknüpft und man muss nur noch auf den Titel eines Artikels klicken, um zum gewünschten Inhalt zu gelangen.

Von Business-Titeln wie Advertising Age und The Economist, über Lifestyle-Blätter wie FHM und Cosmopolitan bis zu Macworld und National Geographic ist schon so ziemlich alles dabei – das ist definitiv mehr Auswahl als bei meinem Kiosk an der Ecke. Mymagazines.com konkurriert, wenn es um die Produktauswahl geht, schon eher mit dem Bahnhofshandel.

Natürlich sehen das die Zeitschriftenverleger nicht gerne, und erwägen rechtliche Schritte gegen die Seite, die erst seit Juli 2008 online ist. Die Firma, die für einen John Smith in The Valley in Anguilla eingetragen ist, rechtfertigt sich damit, dass ihre Art der Bereitstellung sich nicht von der Nutzung in ärztlichen Wartezimmern oder in Friseursalons unterscheide. In beiden Fällen kauft jemand ein Exemplar und macht es dann anderen an einem bestimmten Ort zugänglich. Dass die Seite mit fremden Inhalten Geld macht, kann man den Machern jedenfalls nicht vorwerfen – Anzeigen oder eine Registrierungsgebühr fehlen komplett.

Ob das Modell jetzt Bestand hat oder nicht, es ist auf jeden Fall ein weiteres Beispiel dafür, dass sich von kaum einen analogen Inhalt die Digitalisierung verhindern lässt. Denn wenn es die Rechteinhaber nicht selbst machen, dann übernehmen das eben die Nutzer. Und nur um die Cosmopolitan zu lesen, muss man jetzt nicht mehr zum Arzt gehen.

(via)