All Things Considered

Archive for the ‘science’ Category

Faith-Based Organizations and Welfare Services

Thursday, August 7th, 2008

Etwas verspätet, aber trotzdem aktuell: ein Essay von mir zu den sogenannten Faith-Based Organizations, die in den USA seit einer Gesetzesinitiative von Präsident Bush vermehrt Wohlfahrtleistungen im Zusammenarbeit mit dem Staat übernehmen.

Das ist deswegen etwas neues, weil diese Organisationen nach der Gesetzesänderung ihre Religiösität eindeutig präsentieren dürfen, die von ihnen angebotenen Leistungen an Bedürftige also eventuell auch Rekrutierungszwecken dienen. Im Essay wird die Diskussion zusammengefasst und einige Forschungsergebnisse vorgestellt.

Den Essay gibt’s hier.

Interaktivität von Nachrichtenwebsites

Friday, May 9th, 2008

Das britische Online Journalism Blog sammelt seit einiger Zeit Daten zur Interaktivität von Nachrichtenwebsites. Daraus ergibt sich dieses Tool, das den bisherigen Datenbestand vergleichbar macht:

Deutsche Seiten sind noch nicht dabei, die findet man aber bei Wortfeld.de. Dort hat Alexander Svensson mit einem Wiki zu den Features deutscher Tageszeitungwebsites ähnliches versucht. Insgesamt ist der Datensatz des Online Journalism Blog eher dürftig, interessant ist der Versuch trotzdem. Interaktivität ist in der Kommunikationswissenschaft ein bekanntes und auch einigermassen gut erforschtes Konzept.

Das Problem der Wissenschaft ist gerade bei diesem Konzept aber meist die theoretische Begründung. Bei Interaktivitäts-Studien werden häufig demokratie-theoretische Aspekte bemüht, um die Wichtigkeit von interaktiven Elementen zu unterstreichen. Ein Lieblingsbeispiel ist die Möglichkeit, mit einem Forum die Diskussion zwischen den Lesern und den Journalisten möglich zu machen. Natürlich wird nicht die freie Welt gerettet, wenn jede Nachrichtenwebsite so ein Forum implementiert – in der Begründung, warum man denn jetzt genau diese Studie macht, hört sich das aber häufiger so an. In der Realität scheitern gerade diese interaktiven Features meist an dem geringen Partizipationswillen der User oder der Zerstörungswut einiger weniger, das hilft der Demokratie natürlich herzlich wenig.

Manchmal ist es einfach interessant, herauszufinden, wer denn nun die Interaktivität am stringesten umsetzt. Sowas kann man in einem Artikel für ein wissenschaftliches Journal natürlich nicht einfach behaupten, und das ist auch richtig so. In einem Blog geht das natürlich. Ich bin mir sicher, dass der ein oder andere Kommunikationswssenschaftler die naive Datensammelwut der Blogger beneidet. Forschen weil es Spaß macht, nicht weil etwas in einen größeren Zusammenhang gestellt werden muss. Nur die Qualität der Ergebnisse, die darf man dann nicht überbewerten.