All Things Considered

Archive for Februar, 2008

Warum man nicht nur Inhalte können muss

Samstag, Februar 23rd, 2008

The World Is FlatSeit einiger Zeit wartet Thomas L. Friedmans “The World Is Flat” darauf, von mir endlich zu Ende gelesen zu werden. Das Buch folgt den vielen Wegen der Globalisierung und versucht zu beschreiben, welche Konsequenzen die zunehmende Verschränkung der nationalen Märkte für die Marktteilnehmer hat. In einem Wort: viele. Darum kann ich das Buch auch nicht von vorne nach hinten lesen, sondern stöbere immer wieder nach interessanten Anekdoten durch ungezieltes Querlesen.

Heute habe ich die Geschichte einer Agentur gefunden, die 25 Jahre lang mit bis zu 40 Angestellten Produktfotos für ihre Kunden produziert hat. Ihr Service hat in dieser Zeit die kreative Umsetzung der Kundenwünsche bedeutet - die Entwicklung und Nachbearbeitung der Fotos haben stets externe Dienstleister übernommen.

Dann kam die erste digitale Spiegelreflexkamera. Ungefähr ein Jahr lang war die Begeisterung über die neue Technik groß; die Agenturchefs tauften sie “electronic polaroid”, wegen der Möglichkeit, das aufgenommene Bild sofort vor Augen zu haben. Die Umstellung auf das digitale Format begeisterte aber auch die Kunden. Die waren plötzlich nicht mehr bereit, den Rattenschwanz an digitaler Nachbearbeitung zu finanzieren. Das Geschäft verändert sich. Rote Augen retuschieren, Farbkorrektur, “digital highlighting” - all das musste ab sofort im Paket enthalten sein.

Die Agentur stand gar nicht vor der Wahl, die Nachbearbeitung ins eigene Angebot zu integrieren - die Möglichkeiten der Technik zwangen sie dazu. Die Kunden hatten kein Verständnis dafür, weiterhin für jede Leistung - Idee, Produktion, Post-Produktion, Finishing - einzeln zu bezahlen. Wenn man den gesamten Prozess kontrollieren kann, dann muss man den gesamten Prozess kontrollieren. Von der Idee bis zum Endprodukt. Ob man will oder nicht.

Für Journalisten heißt das: Es bringt nichts, sich auf den Posten des Inhalteproduzenten zurückzuziehen. Man muss auch die technische Umsetzung können. Nur einen Text schreiben ist nicht genug. Jetzt, wo es so einfach ist, diesen Text auch zu veröffentlichen, muss man gerade deswegen wissen wie das funktioniert. Für Multimedia-Journalisten ist dieser Gedanke kaum etwas neues, da die Technik schon immer die Hälfte des Jobs ausgemacht hat. Für die klassischen, von der Schreibmaschine abstammeden Journalisten schon.

Die Feinheiten von HTML, CMS, Podcasting und Bloggen sind jetzt genauso wichtig wie die stilistischen Elemente von Reportage, Portrait und Meldung. Journalisten müssen mehr als nur schreiben können.

(Ein gute Zusammenfassung des Buches gibt Thomas L. Friedman in dieser MIT lecture selbst.)

Hi World.

Dienstag, Februar 19th, 2008

Das ist mein neues Blog. Die Einrichtung wird noch etwas mehr Zeit beanspruchen, also in Zukunft bitte erstmal plötzliche Änderungen des Design einfach übersehen, und auf echten Inhalt noch etwas warten. Danke!